LOVE!

Premiere: 8.4.2014. Tipi am Kanzleramt, Berlin
Die Live-CD der Show erscheint im Sommer 2014 bei WortArt.

In „LOVE!“, so der Titel der neuen Soloshow mit Pianist, zeigt sich die 1960 in Brockton/Massachusetts geborene und seit 1991 in Berlin lebende Vollblut-Entertainerin in der Blüte ihrer Jahre: energiegeladen, strahlend und verliebt. Und wenn Tufts aus diesen Begleitumständen ein Programm strickt, kann man sicher sein, dass Männer und Frauen Augen und Ohren spitzen, um ja nichts zu verpassen. Begleitet von dem „very begabten“ Komponisten und Klavierspieler Marian Lux aus Brandenburg und unter der auf den Punkt gebrachten Regie von Melissa King macht sie die Bühne zum Schauplatz ihres in allen Regenbogenfarben schillernden Liebes-Lebens – eine zum Schreien komische Abrechnung mit sämtlichen handelsüblichen Stereotypen und Klischees zum Thema Liebe. Wie nebenbei erweitert sie die Szenerie um den Blick von außen auf ein Land, das eine Ex-Kommunistin und Physikerin zur Bundeskanzlerin gewählt hat. Die ingeniöse Entertainerin beherrscht die hierzulande rare Kunst, persönliche Erfahrungen in verführerisch glitzernde Showeinlagen zu verpacken, ohne dass deren Wahrheitsgehalt verloren geht. So lässt sie im schönsten Denglish herbe Abschiede Revue passieren, begibt sich wie Frau Merkel auf die Suche nach ihrem inneren Stralsund und verliebt sich immer wieder neue in das Land ihrer Wahl: Deutschland. Sie singt zu Herzen gehende Balladen und mitreißende Popnummern. Dabei setzt sie die Zuschauer einem Wechselbad der Emotionen aus, die eines gemeinsam haben: Sie fühlen sich echt an. Anders gesagt – Gayle Tufts bereitet allen eine „real good time“, eine wirklich gute Zeit.

 

PRESSEECHO

Musik, Komödie und viel Liebe.
Eine Liebeserklärung an Deutschland.

Die amerikanische Entertainerin Gayle Tufts zeigt auf der Bühne viele klassische Cabaret-Formen. Sie bietet eine Kombination aus Musik, Comedy und Choreografie sowie Geschichten, die sie in einer wunderbaren Mischung aus Deutsch und Englisch erzählt. Gleichzeitig ist das Programm der Wahlberlinerin eine Liebeserklärung an den deutschen Mann, die Romantik und all die Schmetterlinge im Bauch, die das Verliebtsein so mit sich bringt.

Achim Hahn, Deutschlandfunk 9.4.2014

Gayle Tufts’ new show is all about love in its many, many forms. The titular opening song makes this unequivocal case from the very start:

“Love – the reason that I wake up every day

 Love – the reason that a young man knows he’s gay

 Love – it’s here inside my heart

 It’s a place to start”

The show is also about this American-born entertainer’s love for her adopted country of Germany – its traditions, foibles, hang-ups, men and, of course, its leader.

In true Weimar tradition, the powerful are never too big to be made fun of from a cabaret stage, and Frau Merkel is no exception. A hilarious re-working of the Carly Rae Jepson hit ‘Call Me, Maybe’ sees the Bundeskanzlerin pleading with the world to love her and also nicely references the alleged phone-tapping activities of the US secret services.

Accompanied on the piano by the magnificent Marian Lux and the surprisingly game-for-it string trio ‘Strings de Lux’  the combination of re-imagined covers and original songs come thick and fast. A stand-out moment of the first half being the very beautiful “The One That Got Away”, especially written for the show by Tufts and Lux.

In preparing for the show, Gayle Tufts asked her followers on social media to suggest their favourite love songs and was, unsurprisingly, deluged with offerings of heartbreak and woe! The 11-song ‘Break-up Medley’ that closes the first half is a hilarious journey through the work of  Adele, Elton John, Prince and Dolly Parton. Finally, someone gets it – ‘I Will Always Love You’ is not a cutesy love song by any stretch of the imagination but a tale of utter despair.

The second half opens with Ms.Tufts dressed as a bee. Why? “because I fucking want to”  and there you have it! A unique performer in her own right, it doesn’t take a leap of the imagination to see the influences of the likes of Bette Midler at work here – and there’s nothing wrong with that!

The ‘love’ theme continues with the German adoration of both football and Schlager music on Saturday night TV shows, and then brings us back into more traditional territory of the songs of Irving Berlin.

This show is a masterclass in ‘Denglish’ – stories starting in German end in English and vice versa. The two languages flip-flop throughout and even with the shakiest grasp on either, the audience is never left wondering what is going on.

A first-night standing ovation at the Tipi and worthy of continued packed houses.

Brendan, Cabaret-berlin.com 9.4.2014

Love! ist eine Wohlfühlfolge von Liebesliedern im Stil der 70er Jahre-Discoknaller. Mit Ausflug zum Schlager. Ein gutes Programm. Denn Gayle Tufts serviert es hochprofessionell nach Art eines US-Showgirls und verlässlich wie deutsche Wertarbeit. Das ist auch genau die Mischung, auf die es ankommt bei ihr. Sie ist eine Showbegabung, eine echte Darstellerin und ein Riesentalent. Acht der 13 Titel wurden von Marian Lux komponiert und arrangiert. Der Rest bewegt sich von Irving Berlin über Alicia Bridges bis zu Dolly Parton. Ein schönes Medley mit deutsch- depressiven Liebesliedern auf Vorschlag des Publikums reicht von Phil Collins bis Prince. Musikalisch absolut seriös Der Witz von Gayle Tufts besteht darin, dass sie deutsche Merkwürdigkeiten von außen sieht. Zum Beispiel, dass Romantik in Deutschland immer mit der Tendenz zum Bausparvertrag verbunden ist; Tufts Trick ist, dass sie es nie versäumen würde, eine Liebeserklärung an den deutschen Bausparvertrag prompt folgen zu lassen. Ihr Erfolg besteht auch darin, dass sie uns Amerikaner erklärt. Dass diese begeisterungsfähig wie Kinder sind, eben weil ihr Land noch fast so jung ist wie ein Kind, ist phänomenologisch schlicht richtig. Hochsatifaktionsfähige Ware.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio 9.4.2014

Eine Show zum Verlieben!

Ein Programm voller Liebe erlebt man im Tipi am Kanzleramt mit Gayle Tufts. Wenn diese Frau die Bühne betritt stehen Spaß, Leidenschaft, Witz und viel Selbstironie auf dem Programm. Charmant wie immer plaudert Gayle mit dem Publikum über deutsche Gewohnheiten, Politik und andere Themen, die sie bewegen. Dabei bekundet sie immer wieder, wie sehr sie Deutschland in den 23 Jahren, die sie mittlerweile hier lebt, lieben gelernt hat. Auch Themen wie Sex oder das ein oder andere Gramm zu viel Hüftgold sind kein Tabu. Gayle Tufts sagt, was sie denkt. Die witzigen Sketche wechseln sich mit gekonnten Gesangseinlagen ab, teils Popsongs mit eigenen Texten, teils selbstkomponierte Werke, teils Medleys aus Coversongs. Begleitet wird Gayle Tufts von ihrem engen Freund und Pianisten Marian Lux. Diese Kombination kommt an. Jeder Ton sitzt und Gayle und ihr Begleiter versprühen dabei wahnsinnig viel Freude und Energie. Das Publikum klatscht fleißig mit. Die 53-jährige ist sich für nichts zu schade. Sie tanzt, sie schreit, sie heult und wälzt sich auf dem Boden. Den zweiten Teil des Programms eröffnet sie in einem Bienenkostüm. Und warum? "I fucking want it that way!" Die Sympathie des Publikums hat sie definitiv gewonnen. Gayle Tufts ist Spitzenklasse, man muss diese Frau einfach lieben.

Elisabeth Lehmann Livekritik.de 9.4.2014

Zwei Stunden Glückshormone.

Der wahre Frühling in Berlin ist erst ausgebrochen, seit die Entertainerin Gayle Tufts mit ihrem neuen Programm 'Love!' im Tipi-Zelt am Kanzleramt in Premiere ging. Und jetzt wie eine frische Brise von Glückshormonen durch die deutsche Hauptstadt weht. Denn sie hat natürlich absolut Recht, wenn sie Burt Bacharach fragend zitiert: "What the world needs now is ..." Zwischen all den großen und noch größeren politischen Krisen dieser Welt ist es eine Erholung, wie mitten im politischen Epizentrum der Republik diese quirlige Amerikanerin-in- Berlin all die Problemfälle der Jetztzeit - von NSA über Krim und Scheidung von Marius Müller-Westernhagen - für zwei kurzweilige Stunden auf die Schippe nimmt. Verlacht. Und sich mit dem Lächeln noch auf den Lippen einem anderen großen Thema zuwendet: der Liebe. In ihrer deutschen und (!) amerikanischen Spielart. Mit einem Kaleidoskop von zirka 25 Songs umkreist, analysiert, kommentiert und zelebriert sie ihr Sujet. Begleitet von dem großartigen Marian Lux am Flügel. Er sorgt für eine ungewöhnlich individuelle - teils klassisch angehauchte - Begleitung, die sich glücklicherweise stets selbst ironisiert und dekonstruiert. Was Spaß macht zu hören. Da trifft Schmalz auf Scherz, Sentiment auf Schmerz und die Sehnsucht nach Kitsch auf platzende Ironiesignale. Kurz: Es ist größtmögliche Klasse, was da geboten wird. Gayle Tufts gleitet aus ihren Moderationen mit Selbstverständlichkeit und Natürlichkeit in die Musiknummern über, singt die Klassiker ('Chapel of Love' etc.) mit einer Unverkünsteltheit, die ihr in diesen Breitengraden so schnell niemand nachmacht, während das in den USA Standard ist. Komisch, dass die vielen Deutschen, die sich im Show- und Musicalbereich tummeln, das nicht hinbekommen, da es bei La Tufts wie das Einfachste der Welt wirkt. Es kulminiert in einer berauschenden Wiedergabe des Irving-Berlin-Klassikers 'Let´s Face the Music and Dance'. Während Tufts da zusammen mit Marian Lux - im Ballkleid über die Bühne tanzte, umweht von Kunstnebel, wünschte ich mir für einen Moment, sie würde mal ein ganzes Irving-Berlin-Programm erarbeiten. Denn diese Songs hört man hier viel zu selten. Und Tuft ist eine ideale Berlin-Interpretin. Sieht man 'Love' als thematischen Liederabend, so hat sich Tufts einen Gimmick ausgedacht, den auch klassische Liedinterpreten probeweise übernehmen könnten. Und zwar fragte Tufts ihre Fangemeinde auf Facebook, welche Liebeslieder sie am liebsten mögen. Die Top 10, die sich dabei ergaben, flocht sie zum Finale des ersten Teils zusammen. Zu einem "Break-up Medley". Denn: Ihre Fans wählten fast ausschließlich tragische Titel über Trennung und Liebesschmerz. 'My Heart Will Go On' und 'I Will Always Love You' sind da noch die harmlosesten emotionalen Knaller. Bei 'All By Myself' und 'End of the Road' wird´s schon grenzwertiger. Aber wie Tufts dieses Medley zu einem tragischen Finale von operettenhafter Dimension ausbaute - neben dem jedes Lehär-Finale verblasst - war das andere Highlights des Abends. Sie schmiss sich auf den Boden, tröpfelte sich Tränen in die Augen, wählte große Gesten von Frauen-am-Rande-des-Nervenzusammenbruchs. Schluchzte. Schwelgte. Schauderte. Und ging dann ab. In die Pause. Überwältigender Applaus. Auch am Ende tobte der Saal nach 'The Only Answer That There Is' (Lux/Tufts), so dass die Sängerin noch zwei Zugaben lieferte: 'Happy' von Pharrell Williams und 'Euphoria'. Wie gesagt, ihr mit leichter Hand zusammengestelltes Liebesprogramm beeindruckt vor allem wegen solcher Leichtigkeit. Die ernsten Seiten des Lebens werden angesprochen, so als würde Tufts die bedrohliche Kulisse kurz herbeizitieren wollen, die uns umgibt, nur um dann mit einem von vielen guten Witzen über Angela Merkels Hosenanzüge oder Uli Hoeneß (und was der mit ihrem dicken Hintern bzw. ihren Diätplänen gemein hat) all das für zwei glückliche Stunden beiseite zu schieben. Nur die Vertreter der amerikanischen Botschaft hatten Mühe, bei den diversen NSA-Anspielungen gute Miene zu machen. Aber auch sie und ihre Bodyguards schienen am Ende ihren Spaß gehabt zu haben bei dieser transatlantischen Amor-vincit-omnia-Show. Als Osterferienunterhaltung in der Hauptstadt ist 'Love' erste Wahl!

Dr. Kevin Clarke Klassik.com, 9.4.2014

Noch mal mit Gefühl.

Am besten ist die Denglish-Diva an diesem Abend, wenn sie sich ganz der Musik hingibt. Wenn sie als Zugabe die musikalischen Schönheiten des Grand-Prix-Gewinners 'Euphoria' freilegt oder in einem großen Medley inbrünstig-ironisch all jene Seelenschmerzsongs verarbeitet, die sie von ihren Facebook-Freunden auf die Frage nach deren Lieblingsliebesliedern genannt bekam. Das sind die emotionalen Rauschmittel, die ihre Fans im Tipi begierig inhalieren.

Frederik Hansen Tagesspiegel, 10.4.2014

Frühlingsfrisch in guter Laune

Mit schönster Selbstironie und stimmlich in Hochform singt sie Songs von Adele bis Dolly Parton, vom ersehnten Gang in die „Chapel of love“ bis zu „Happy“ von Pharrell Williams. Neben depressiven Herz-Schmerz-Balladen gibt es sogar eine schmissige Fußball-Hymne, die Gayle Tufts mit ihrem hervorragenden musikalischen Leiter Marian Lux geschrieben hat, der den Abend am Klavier begleitet. Im vergangenen Jahr war sie – kein Witz – beim „Adventsfest der 100.000 Lichter“ in der ARD eingeladen und trat „zwischen Andrea Berg und dem Don-Kosaken-Chor“ auf. Diese Erfahrung verarbeitete sie in ihrem ersten Schlager: „My Nacht mit Florian Silbereisen“, der gekonnt böse nach der Helene-Fischer-Masche gestrickt ist.

Ansonsten amüsiert sich Gayle Tufts charmant über In- und Ausländer, freut sich als Biene Maja über Frühlingsgefühle, wälzt sich – „Without you“ – als unglücklich Verlassene auf dem Boden, während „Strings de lux“ – „Drei Streicher, nicht Stricher“ – ordentlich auf die Tränendrüsen drücken. Und sie schafft es mühelos, Angela Merkel als sexuelles Wesen darzustellen – wie und wodurch, wird hier allerdings nicht verraten. Mit dem Publikum schäkert sie, mit dem Pianisten wagt sie ein Tänzchen, und als es thematisch ums Heiraten geht, wirft sie einen Brautstrauß ins Volk.

Frühlingsfrisch macht Gayle Tufts in „Love!“ alles sehr gut – und wirklich Laune. Sie unterhält mit Format und Stil und saisonal unabhängiger Klasse. Von der Liebe versteht sie auch nicht mehr als ihr Publikum – aber wie sie das tut, ist wunderbar, und wie sie darüber plaudert und singt, ganz einfach formidabel.

Irene Bazinger Berliner Zeitung, 10.4.2014

American Entertainment at it`s best

Im Tipi unterhält und begeistert Gayle Tufts mit »Love!«

Wieder bietet sie, was man von ihr erwartet und wofür man sie liebt - nur jedes Mal ein bisschen besser. Um Liebe dreht sich »Love!«, das neue Programm von Gayle Tufts, und damit setzt sie erneut das Tipi in Brand. Symbolisch freilich, in den Herzen ihrer Fans. Dass nahezu alle Songtexte aus ihrer Feder stammen, verrät die Expertin in Sachen Liebe und die wache Beobachterin des Zeitgeschehens. Genau das ist der Spagat, den sie auch diesmal bravourös meistert: Ohne je den Boden der Mäßigung zu verlassen, verteilt sie Seitenhiebe, kritisiert und kommentiert, bezieht Witz aus ihrem, unserem Lebens und verletzt dabei niemanden, den ihr amüsanter, doch gutmütiger Spott trifft. Begleitet wird Gayle Tufts von ihrem Komponisten Marian Lux am Klavier und dem Trio Strings de Lux, fabulösen Musikern auf Cello, Violine und Viola. Ideale Voraussetzungen für einen gefühlvollen Abend, an dessen Beginn Tufts Romantik, Fantasie, Leidenschaft verspricht.

Denn die Welt sei eher unromantisch, alle trennen sich: die Türkei und Twitter, die Ukraine und die Krim. Und alle wollen nach Deutschland, Brad Pitt und Edward Snowden. Das offeriert den Übergang zum ersten Song: »Call me, maybe«, um Angie, die Frau aus Stralsund, die vom NSA so fürsorglich überwacht wird. Neutralisierend schwenkt Tufts auf weniger brisantes Terrain über. Gatte, Partner, Mann, Boyfriend, Gefährte, kein Begriff behagt ihr für den Mann an ihrer Seite, auch nicht die langen Vorbereitungen für die Heiratsprozedur. Nach »Chapel of Love« wirft sie einen Brautstrauß in den Saal, niemand fängt ihn.

Auch über die Prüderie in ihrem Heimatland, wo Babys bereits in Klamotten auf die Welt kommen, und den »Fleischsalat«, wenn zwei »Fleische« kopulieren, lässt sich gut plaudern. Liebe sei eben wie Wechseljahre zu zweit. So locker geht Tufts das alles von den Lippen, als sei es spontane Erfindung, so intensiv arbeitet sie mit dem Publikum, spricht Zuschauer an, geht auf sie ein, zieht später singend durch den Saal, dass man stets ihre Spielfreude spürt.

Sich selbst nimmt Tufts gern auf die Schippe, so wenn sie über den ersten beklommenen Disco-Besuch erzählt: in einer Gay-Bar. Seither verbinde sie mit den Schwulen Seelenverwandtschaft. Berührend, nur zu Klavier, singt sie »The One that Got Away«, getaucht in sanft blaues Licht. Derjenigen, die eben noch so überschäumend parliert und dabei feurig gestikuliert hat, der für ihre vor Temperament sprühenden, so launigen Episoden die Bühne zu klein scheint, nimmt man ebenso Besinnlichkeit und Gefühl ohne äußere Aktion ab.

Das mag Gayle Tufts Geheimnis sein: Glaubwürdigkeit, Authentizität. Sie ist in jedem Moment, wie sie eben ist, und kann Stimmungen unmittelbar wechseln. Auf den gefühligen Song folgt mit »I Love the Nightlife« von 1978 die Reminiszenz an die Disco-Ära, und wieder überzeugt Gayle Tufts, reißt mit. Den ersten Programmteil beendet sie mit einem weiteren Ausflug in die Charts-Geschichte. Per Internet nach ihrem Lieblings-Lovesong befragt, nannten die User mehr als 2000 Titel. Elf von ihnen verknüpft Tufts mit ihren Musikern zu einem Medley der Herz-Schmerz-Emotionen, bricht sie indes ironisch, schießt hier vielleicht etwas über das Ziel hinaus. Wie sehr sie aber Songs von Adele über Phil Collins, Celine Dion und Bonnie Tyler bis zu Whitney Houston ihren ganz persönlichen Stempel aufprägt, nötigt Respekt ab. Der gebührt ihr ebenso nach der Pause, wenn sie als Biene erscheint, Donna Summers »I feel Love« summt, sich als Bee-Promi outet und über die Tierchen im Tiergarten philosophiert: Gays auf der Suche nach Gespielen.

Gleichermaßen Hitpotenzial haben »Fußball-Song« und »My Nacht mit Florian Silbereisen«, beide von den Musikern tänzerisch mitgestaltet. Deren eigenes Medley großer Filmsongs von »Love Story« bis »Moonriver« gerät zum perfekten Ohrenschmaus. American Entertainment at its best dann mit Irving Berlins »Let’s Face the Music and Dance« und einer swingenden Gayle Tufts, die von der Schnellrakete bis zum Edelflieger offenbar alle Facetten beherrscht und ohne Zugaben nicht heim darf.

Neues Deutschland, 19.4.2014

Gayle Tufts hat mit diesem Programm und dieser Besetzung ihre Bestform gefunden

Thüringer Allgemeine

 

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