SOME LIKE IT HEIß!

Some like it Heiß!
Premiere am 4.4.2012, Bar jeder Vernunft, Berlin.

 

Am Flügel: Marian Lux
Regie: Melissa King

 

Gayle Tufts’ neue one-woman Show ist ein alle Sprach- und Genregrenzen sprengendes Feuerwerk. Die liebenswerteste Botschafterin, die sich der Broadway denken kann, erzählt das abenteuerliche Leben einer Entertainerin die zwei Jahre jünger ist, als Madonna: Lustvoll, laut und very hot!? ?Neue Lieder und frische Texte über das Erwachsensein und das Jungbleiben. Und Frauen erhitzt vom Rampenlicht und anderen Energie-Quellen. Treffender Humor gemischt mit bittersüßen Reflektionen über die Rückkehr der Pubertät und die endlose Suche nach menschlicher Wärme. Perfektes Timing, gepaart mit einer grandiosen Singstimme und dem genauen Blick der bekanntesten in Deutschland lebenden Amerikanerin.

 

PRESSEECHO
FRAUENABEND Am Ende des umjubelten Abends wird sie bekennen, dass sie das Spiegelzelt liebt. Und dieses Gefühl wird erwidert. Das liegt nicht nur an ihrem sensiblen Pianisten Marian Lux, der auch für die neuen Lieder und Arrangements zuständig ist, sondern auch daran, dass Tufts hier ihre Stärken richtig ausspielt. Die Konstellation mit Flügel ist ideal. Denn Gayle Tufts kann singen, sie hat Stimme, Gestaltungskraft und weiß sich auch zu bewegen. Lux ist kongenialer Begleiter, intoniert manchen Refrain im Duett mit ihr, erweist sich auch als passabler Tangotänzer, und diese Symbiosen sind sehr spannend. Doch die eigentliche Stärke und Faszination der Gayle Tufts liegt darin, dass sie über sich selbst lachen kann. Dieser ungekünstelte Humor, geladen mit unbändiger Energie gibt einen derart explosiven Mix, dass das Zelt vom ersten Moment an völlig erobert ist. Wie sie da hereinkommt mit Trenchcoat und dunkler Brille und sich die Seele aus dem Leib singt, wie sie dann plaudert über die Wechseljahre, High Heels, „Schwiegermutterlappen“ und Sex in der Sauna oder als Vamp im hautengen Kleid mehrsprachige Versionen von „Fever“ schmettert, muss man einfach gesehen haben. „Madame 100.000 Volt“ ist ein Gesamtkunstwerk, und das, weil sie völlig unverstellt und ungekünstelt sich selbst gibt. Hier ist der oft verwendete Begriff von Authentizität wirklich angebracht, denn Tufts ist sowohl Frohnatur als auch Motivationsmotor. Es gibt kaum einen Moment in ihrem aktuellen Bühnenprogramm, der nicht vor Energiefunken sprüht. Und wenn sie stille Passagen setzt, dann ist das nicht nur dramaturgisch schlüssig, sondern auch jenseits von Oberflächlichkeit und platter Comedy. Vor der Pause liest sie aus ihrem Buch, dass dem Programmtitel den Namen gab, eine autobiografische Sequenz über den Tod von Mutter und Vater, Sargkauferlebnisse und die Probleme die Asche der Mutter würdig zu verstreuen. Das sind besagte stille Momente, durchzogen von Selbstironie und Wärme und in dem sympathischen „Denglisch“, welches eines ihrer Markenzeichen ist. Der Blick der in Berlin lebenden Amerikanerin auf die Wechseljahre der Frau ist eine ebenso kraftvolle wie witzige Kampfansage gegen Schönheitsdiktate und männliche Abwertungen. In ihrer Muttersprache bezeichnet man diese Lebensphase als „Change“, und dieser Wechsel wird von Tufts als Neuanfang thematisiert. „Die „Pubertät mit Vernunft“ ist kein Manko, trotz Hitzewallungen und Hysterie, sondern eine Selbstbestimmung, die man nur als solche begreifen muss. Gayle Tufts präsentiert diese Erkenntnisse aus ihrer eigenen Erfahrungswelt. Sie macht aus ihrem Alter und den damit verbundenen Beschwerden keinen Hehl („Was macht die Mama in meinem Spiegel?“), erklärt die biologischen Ursachen von Damenbart und Östrogenhaushalt unterhaltsam und kundig, und parodiert in Eisler/Brecht-Tradition singend die Geschichte der „Eierstock-Arbeiterinnen“. Natürlich ist das ein Frauenthema, aber für Männer nicht weniger interessant. Wie Frauen ticken bleibt für die Herren der Schöpfung zwar ein ewiges Rätsel, aber wenigstens einige Symptome werden hier verständlich und augenzwinkernd erklärt. Gayle Tufts kommt aus einem anderen Kulturkreis, und auch das ist Thema des Abends. Sie beschreibt das prüde Amerika in Schulvermittlung und im Privatleben, als sie 1978 ihre „Prom-Night“, den Abschlussball, hat. Pointenreich und ehrlich lässt sie Autobiografisches in Revue passieren, bis sich die intensive Interpretation von Bruce Springsteens „Born to run“ anschließt. Tufts arbeitet viel mit Emotion und Bildern („In Amerika bin ich Kate Moss“) und vergleicht den Eintritt in die Menopause mit ihrem Gefühl, das erste Mal auf deutschen Autobahnen ohne Tempolimit zu fahren. Als sie zum Abschluss des Programms Whitney Houstons „I’m Every Woman“ mit Publikumsbeteiligung singt, da hält es das Publikum kaum auf den Sitzen, und man bewundert die unbändige Kraft der Entertainerin, die auch nach mehr als zwei Stunden Bühnenarbeit noch nicht verbraucht ist. Die mit frenetischem Applaus eingeforderte Zugabe wird mit einem schwungvollen Rock’n Roll und von Herzen kommenden Publikumslob eingelöst und durch ihre Interpretation des vorjährigen Eurovision Song Contest-Gewinners, Loreens „Euphoria“, eindrucksvoll beendet. Gayle Tufts hat mit diesem Programm und dieser Besetzung ihre Bestform gefunden, und einen weiteren Zeltdauergastspielplatz auch wegen ihrer Warmherzigkeit mehr als verdient. FAZIT Kraftstromaggregat mit Herz und „denglischer Schnauze“. Matthias HUTH, 20.5.2013, TLZ Weimar
Gayle Tufts in Hochform! Stimmgewaltig, witzig, feinfühlig und voller Energie. So! - Das ist Gayle Tufts deutsches Lieblingswort. Das passt zu ihr. "So" ist ein knappes, ein scharfes, ein vieldeutiges, vielschichtiges und präsentes Wort. Gayle Tufts selbst ist von der ersten Sekunde des Abends im Schmidt's Tivoli in Hamburg hellwach und reißt das bunt gemischte Publikum mit. Gemeinsam mit ihrem Pianisten und Songschreiber Marian Lux präsentiert Tufts ihre Bühnenshow "Some like it heiß" unter der Regie von Melissa King. Es ist eine Show über das "letzte große Tabu" - die Wechseljahre. Tufts (Jahrgang 1960) - selbst mitten in den Wechseljahren wie sie betont - beschreibt in ihrem gewohnt wilden Mix aus englischer und deutscher Sprache wie es sich als Frau anfühlt in dieser so genannten "Pubertät mit Vernunft" zu sein. Hitzewallungen seien nur das geringste Problem. Sie beschwert sich darüber, dass "Wechseljahre" in deutsch lange nicht so schön klänge wie in ihrer Muttersprache Englisch. Dort heißen die Wechseljahre "the change of life" oder wie Tufts Mutter sie schlicht nannte: "the change". Dass Tufts selbst sehr gelacht habe als Barack Obama 2007 mit "change we can believe in" warb, glaubt man ihr sofort. Scheitern viele Kabarettistinnen an dem Thema Wechseljahre und enden mit zweitklassigen Witzen über eine nachgeholte Jugend und die oben genannten Hitzewallungen, hält Tufts die Balance zwischen Klamauk und liebevollen Anspielungen auf die "Eierstockarbeiterinnen, die in den Ruhestand gehen". Dass Tufts an ihrem schwierigen Thema nicht scheitert ist nicht zuletzt auch der Verdienst des glänzenden Pianisten Marian Lux, der sie bei ihren Gesangseinlagen, welche von "Fireworks" über "Euphoria" bis hin zu "Fever" reichen, kongenial unterstützt. Gayle Tufts ist keine Kabarettistin im klassischen Sinne. Sie ist eine Unterhaltungskünstlerin. Eine Entertainerin. Ihr amerikanischer Akzent, ihre schier greifbare und unfassbare Bühnenpräsenz und ihre Spielfreude lassen das Publikum nicht nur lachen sondern auch innehalten und nachdenken, träumen und sehnsüchtig werden. Passagen über das Verstreuen der Asche ihrer toten Mutter geraten nicht wehmütig oder kitschig, sondern anrührend und humorvoll. Die vorgetragenen Songs lassen das Publikum schwelgen. Gayle Tufts größte Leistung ist es, dass sie dem Publikum Zeit zum Lachen und Weinen gibt. Sie brennt kein Gagfeuerwerk ab oder zwingt den Zuschauer zu einer gewissen politischen Vorbildung - sie will einfach unterhalten. Eine Bühnenshow von ihr zu beschreiben ist schwierig bis unmöglich. Ihr Witz ist spontan und schwer nachzuerzählen, weil er in einer unverwechselbaren Art vorgetragen wird, ihre Ausdauer und ihre Stimme sind gewaltig und ihr Charme ist im besten und positivsten Sinne amerikanisch. Gayle Tufts live zu sehen ist ein großes Vergnügen. Über zweieinhalb Stunden unterhält sie das Hamburger Publikum an diesem Montagabend. Wer sie sehen will muss sich bloß auf sie einlassen können und Tufts und sich selbst nicht zu ernst nehmen. Dann gibt es verdiente "standing ovations", welche einige Hamburger der Entertainerin heute Abend tatsächlich boten! Tobias Lentzler auf www.livekritik.de am 12.02.2013
Begleitet von dem „very begabten“ Komponisten und Klavierspieler Marian Lux aus Brandenburg und unter der auf den Punkt gebrachten Regie von Melissa King macht sie die Bühne der Comedia zum Schauplatz ihrer in allen regenbogenfarben schillernden Wechselwelt, bestückt mit deren seltsamen Erscheinungen wie Hitzewallungen und den diversen Überlebenstechniken: eine zum schreien komische Abrechnung mit sämtlichen Handelsüblichen Stereotypen rund um das Tabu-Thema...Die Entertainerin beherrscht die hierzulande rare Kunst, persönliche Erfahrungen in glitzernde Showeinlagen zu verpacken., ohne das deren Wahrheitsgehalt verloren geht. So lasst sie im schönsten Denglische herbe Abschiede Revue passieren, erzählt vom Tod ihrer Mutter und der von Stürmen begleiteten Seebestattung. Sie singt eine zu herzen gehende Ballade vom Heimweh und von Michelle Obamas Oberarmen – und setzt die Zuschauer damit einem Wechselbad der Emotionen aus, die eines gemeinsam haben: Sie fühlen sich echt an. Anders gesagt: Gayle Tufts bereitet allen eine „real good time“, eine wirklich gute Zeit – und erhält dafür im Gegenzug nicht enden wollenden Applaus. Mariannne Kolarik, Kölner Stadt-Anzeiger, 3./4.11.2012
Der Saal kochte und jubelte...Locker-flockig sprudeln die Sätze, hemdsärmelig-optimistisch ist die Grundstimmung. Gayle Tufts bewegt sich auf der Bühne des Parktheaters in ihren knallrot leuchtenden High Heels beneidenswert unbefangen; sie fasziniert, unterhält, berührt. Dem hochprofessionellen wissend-naiven Charme kann man sich nicht entziehen; auch nicht ihrem Gesang, der sich bei ihr ins Reden schleicht und als schlicht-schöner Mezzo direkt ins Innere zielt. Kongenial begleitet wird von dem Pianisten, musikalischen Leiter und Komponisten Marian Lux, der als “junger Schwuler aus dem Osten” die Frau im Wechsel versteht wie kein Mann sonst. Der 29-Jährige ersetzt klanglich eine ganze Band, spielt mit gleicher Verve wie seine Solistin, zaubert mit leisen Tönen, singt auch noch die Zweitstimme und übernahm in der Tangoeinlage den feurigen Tanzpartner. Der Abend war geballte Frauenpower und verging wie im Flug. Augsburger Zeitung 19.5.2012
Riesenapplaus für dieses zauberhafte Stimmwunder. Stuttgarter Zeitung 14.5.2012
„Sie ist das, was man eine Powerfrau nennt: Gayle Tufts, Wahlberlinerin mit amerikanischem Migrationshintergrund... Man könnte ihr stundenlang zuhören, wie sie über das vermeintlich Pikante referiert. Ihre englischen Einflüsse in das Deutsche sorgen immer wieder für Abwechslung, so dass der rote Faden stets gespannt bleibt. Elegant flankieren Gesangseinlagen, in denen sie am Flügel brillant von Marian Lux begleitet wird für Höhepunkte der Show, die sie mit ihrem blutvollen Alt intoniert.“ Allgemeine Zeitung Mainz 22.5.2012
Pures Dynamit. Frankfurter Rundschau

Neue Show, neues Buch: Gayle Tufts ist mit "Some like it heiß" groß in Form. Am Mittwoch war Premiere ihrer Ein-Personen-Show "Some like it heiß" mit Marian Lux am Klavier, dem gewandten Komponisten ihrer neuen Lieder. Gayle Tufts preist auch seine Herkunft: ein junger Schwuler aus dem Osten! Was soll man sagen: Die beiden machen das fabelhaft, Tufts toughe Stimme ist wirklich groß. Und Herr Lux hat vielleicht als einziger 29-Jähriger ein wirklich inniges Verhältnis zu den Wechseljahresnöten einer 51-Jährigen aufgebaut. Denn darum geht es an diesem Abend: Um Schwitzattacken, Launen und Östrogenmangel, um Wechseljahre. "Demokratisch sind sie ja, jeder bekommt sie, nur vor Madonna haben sie Angst!" Klar, das Thema elektrisiert alle, die nachts tropfnass aufwachen und erschöpft nach dem frischen Schlafanzug tasten. Aber die anderen- Gayle Tufts nennt dies eines der letzten Tabuthemen der Zivilisation, einen Konversationskiller, fühlt sich von dem Wort unfruchtbar beleidigt und verlangt ein neues Marketing für diesen Zustand: Pimp my Menopause! "Die letzte Regelblutung" wäre doch mal ein Titel für einen Tarantino-Film, oder "Inglourious Bleeders". So. Und zu solchen Vorschlägen singt Gayle Tufts lustige Lieder über langjährige fleißige Eierstockarbeiterinnen, die eines Tages einfach in den Ruhestand geschickt werden. Schluss, vorbei, gemein wie bei Schlecker. Gayle Tufts singt, tanzt, erzählt sich mit schäumender Begeisterung durch ihren Abend, aber das Schönste bleibt doch ihre Sprache. Die ist ja keine zufällige denglische Gemengelage, wie oft angenommen, das sind fein nuancierte Kunstwerke: präzise, lustwandelnd, mit dem fremden Blick. "Familiäre Verstreuungsaktion" ist so eine Wortschöpfung. Sie erzählt vom Tod ihrer Mutter. Tatsächlich bringt sie mit diesem Thema ein Zelt zum Lachen und verbreitet zugleich rührende Ernsthaftigkeit ? eine irre Gratwanderung, doch sie funktioniert. Gayle Tufts liest vor, wie sie mit den Geschwistern am Strand steht, wie sie versuchen, Mamas Asche gegen den Wind zu verstreuen. Die Mutter hatte sich im Alter von 80 Jahren eigensinnig das Rauchen abgewöhnt, nur noch Hummer verlangt und statt eines Sargs die Verstreuung am Strand. Und so warfen die Tufts dann "ein paar Handvoll Mutter in Richtung Atlantik". Natürlich wird Gayle Tufts gefeiert, zumal zur Premiere, wo sie ganze Fanblöcke begrüßt. Aber sie ist ja auch was Besonderes unter den Entertainerinnen. Nicht aggressiv-beleidigend wie Desirée Nick oder zotig wie Ina Müller, nicht brutal, zynisch oder grob, wie das die Unterhaltungsgesellschaft heute erwartet, wenn sie – hip! – etwas auf sich hält. Gayle Tufts "Humor ist ein fluffiges Leichtgewicht und trotzdem nie tantig."

Birgit Walter, Berliner Zeitung , 7.4.2012
Eine der besten Entertainerinnen der Deutschen Comedy Szene." Der Spiegel

 

 

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